Stereo Flash macht Elektropop. Stereo Flash ist politisch, verkatert, verstörend, verträumt.
Die westdeutsche Band bestehend aus Rolle Fire und Babsi Sweet fand sich 1981 in Hamburg unter schicksalhaften Umständen zusammen. Nach zahlreichen Auftritten auf Kleinkunstbühnen und in umlandnahen Landschulheimen produzierten sie Ende 83 ihr erstes Album "Stereo Flash" und landeten damit sofort nach Veröffentlichung in den Deutschen Charts. Die Single-Auskopplung "Pirat" wurde als Heavy-Rotation-Smash-Giant mit dem goldenen Brummkreisel des Stadtradios Hamburg ausgezeichnet.
Das erfolgreiche Musikerduo emigrierte im Jahr 86 nach Berlin und schuf 1989 mit der Hit-Single "Ausreise ohne Ausweise" den Soundtrack zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Kurz nach der Veröffentlichung gab die Band ihre Trennung bekannt, um jeder für sich, auf ureigenen Wegen zu ihren musikalischen Wurzeln zurück zu finden. Rolle beschrieb diese Zeit als rezipierend, wertschöpfend, Babsi als voll cool.
Die norddeutsche Biermarke "Uwe" war es, die die beiden Ausnahmetalente 1999 wieder vereinte. "Uwe" launchte ein neues Bier namens Stereopils. Rolle Fire schrieb "Stereopilstyp", ein Werbehit, der den Menschen Jahrzehnte im Ohr bleiben sollte und ein antikapitalistisches Unterwanderungszeichen setzte. Stereo Flash waren mit ungebremster Kraft zurück.
Ost-Berlin, 1989. Der Soundtrack zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung und der wohl letzte gemeinsame Song des high-voltvage, dynamic Duo Stereo Flash.
Voll von sozio-politischen Anspielungen thronte "Pirat" über 14 Monate in den Top 10 der deutschen Single-Charts und traf mit dem eigenwillig nordischen Elektrosound genau den Nerv der jugendverliebten Jugend der Achtziger.
Die erste, manisch, elektrisierende Single der beiden exzentrischen Künstler changiert zwischen Dadaismus und Popart. Und schlug 1983 in der Popwelt ein,
wie eine orangefarbene Wasserbombe.
Inspiriert durch Langeweile, die zu füllen Stereo Flash mit Computerspielen und Drogenkonsum versuchten entstand 1985 der Song Computergrafik. Eine Liebeserklärung an die übertechnisierte Welt von damals und ein wohl kluger Blick in die Zukunft, in der wir heute leben.
"Unsere Welt besteht nur noch aus Matheunterricht und echt ätzenden Uhrzeit-Dingern, wie bei der deutsch-deutschen Bahn. Hab echt kein Bock mehr auf Zahlen. Und auch alles muß ich bezahlen, was ich haben will. Das geht nicht so weiter. Ätz, ey!" Mit diesem legendären Ausspruch von Babsi Sweet soll es laut Rolle Fire zu dem Song "Zahlen" gekommen sein.
"Der Mann in Rot" sollte im Jahr 1987 der CocaCola Weihnachtssong werden. Dem amerikanischen Limonadenhersteller waren nach Fertigstellung des Songs jedoch Text, Instromentirung, wie auch das dazugehörige Musikvideo zu provokant und er zog sein millionenschweres Angebot zurück.